Erkrankung · Osteologie

Osteoporose erkennen und behandeln.

Knochenschwund bleibt oft lange unbemerkt – bis ein Wirbel, das Handgelenk oder die Hüfte schon bei geringer Belastung bricht. Wir klären Ihr persönliches Risiko ab und behandeln Osteoporose nach den aktuellen Leitlinien.

Kurz gesagt

Osteoporose ist eine Erkrankung des Skeletts, bei der Knochenmasse und Knochenstruktur abnehmen – die Knochen brechen leichter. Früh erkannt lässt sie sich gut behandeln: mit Bewegung und Krafttraining, ausreichend Kalzium und Vitamin D, Sturzvorbeugung und bei erhöhtem Bruchrisiko mit Medikamenten. Ziel ist, Knochenbrüche zu verhindern und Ihre Selbstständigkeit zu erhalten.

  • Osteologe (DVO)
  • Risikoabklärung
  • Leitliniengerechte Therapie
  • Sturz- und Bruchvorbeugung
  • DMP Osteoporose

Die Erkrankung

Osteoporose verstehen

Was im Knochen passiert, welche Warnzeichen es gibt und wer ein erhöhtes Risiko hat.

Grundlagen

Was ist Osteoporose?

Knochen ist lebendiges Gewebe, das ständig auf- und abgebaut wird. Bei einer Osteoporose überwiegt der Abbau: Die Knochenmasse nimmt ab und die feine innere Struktur des Knochens wird dünner und löchriger. Der Knochen verliert an Festigkeit und kann schon bei alltäglichen Belastungen oder einem harmlosen Sturz brechen.

Am häufigsten betroffen sind die Wirbelkörper, der Oberschenkelhals, das Handgelenk und der Oberarm. Osteoporose gehört zu den häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter. Frauen erkranken nach den Wechseljahren besonders oft, weil der Östrogenspiegel sinkt – aber auch Männer sind betroffen.

Risikofaktoren

Wer hat ein erhöhtes Risiko?

Ob eine Osteoporose behandelt werden muss, hängt nicht allein von der Knochendichte ab, sondern vom gesamten Risikoprofil.

Allgemeine Risikofaktoren

  • Alter und Geschlecht: das Risiko steigt mit den Jahren, bei Frauen besonders nach den Wechseljahren
  • Frühere Knochenbrüche: vor allem Wirbel-, Hüft-, Handgelenks- oder Oberarmbrüche ohne größeren Unfall
  • Familiäre Veranlagung: zum Beispiel ein Hüftbruch bei Mutter oder Vater
  • Lebensstil: Bewegungsmangel, Untergewicht, Rauchen und hoher Alkoholkonsum
  • Sturzneigung: häufige Stürze, Gangunsicherheit oder Schwindel

Erkrankungen und Medikamente

  • Kortison: eine längere Behandlung mit Kortisontabletten
  • Entzündliche Erkrankungen: zum Beispiel rheumatoide Arthritis
  • Hormon- und Stoffwechselstörungen: etwa Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes oder ein früher Eintritt der Wechseljahre
  • Magen-Darm-Erkrankungen: wenn Nährstoffe schlechter aufgenommen werden
  • Weitere Medikamente: unter anderem antihormonelle Therapien bei Brust- oder Prostatakrebs

Die Abklärung

So klären wir Ihr Bruchrisiko ab

Gespräch, Untersuchung, Röntgen und Blutabnahme bei uns – die Knochendichtemessung bei Partnern.

So klären wir Ihr Knochenbruchrisiko ab.

Dr. Kochs ist Osteologe (DVO) und damit für Erkrankungen des Knochenstoffwechsels besonders qualifiziert.

  1. Gespräch und Risikoprofil

    Vorerkrankungen, Medikamente, frühere Brüche, Stürze und familiäre Belastung.

  2. Körperliche Untersuchung

    Körpergröße, Haltung, Wirbelsäule, Muskelkraft, Gleichgewicht und Gangbild.

  3. Knochendichte und Bildgebung

    Röntgen der Wirbelsäule bei uns in der Praxis, Knochendichtemessung (DXA) bei unseren Partnern.

  4. Laborwerte

    Blutabnahme bei uns in der Praxis – die Werte helfen, andere Ursachen einer verminderten Knochendichte zu erkennen.

Knochendichtemessung (DXA): Die Messung an Lendenwirbelsäule und Hüfte ist das Standardverfahren, dauert nur wenige Minuten und kommt mit einer sehr geringen Strahlendosis aus. In unserer Praxis führen wir sie nicht selbst durch, sondern arbeiten dafür mit Partnern zusammen. Wir besprechen mit Ihnen, ob und wann die Messung sinnvoll ist, und werten das Ergebnis anschließend gemeinsam mit Ihnen aus.

Unsere Therapie

Was wir Ihnen anbieten

Von Kalzium und Vitamin D über Bewegung und Sturzvorbeugung bis zu Medikamenten – und was Sie selbst für Ihre Knochen tun können.

Unsere Leistungen

Behandlung der Osteoporose.

Die Therapie ruht auf mehreren Säulen. Welche davon Sie brauchen, richtet sich nach Ihrem persönlichen Bruchrisiko. Dr. Rode behandelt Osteoporose nach den aktuellen Leitlinien und nimmt am Disease-Management-Programm (DMP) Osteoporose der gesetzlichen Krankenkassen teil.

01

Basistherapie: Kalzium und Vitamin D

Kalzium ist der wichtigste Baustein des Knochens, Vitamin D sorgt dafür, dass es aufgenommen und eingebaut wird. Wir prüfen, ob Ihre Versorgung über Ernährung und Sonnenlicht ausreicht oder eine Ergänzung sinnvoll ist.

02

Bewegung und Krankengymnastik

Kassenleistung auf Verordnung

Knochen brauchen Belastung, um fest zu bleiben. Gezieltes Kraft-, Haltungs- und Gleichgewichtstraining stärkt Muskulatur und Knochen. Wir verordnen Krankengymnastik und beraten zu Funktionstraining und Rehasport.

03

Sturzvorbeugung

Die meisten Brüche entstehen durch Stürze. Wir schauen auf Gangsicherheit, Muskelkraft, Sehvermögen und Medikamente, die schwindelig machen können, und geben Hinweise zu Hilfsmitteln und Stolperfallen zu Hause.

04

Medikamente gegen den Knochenabbau

Kassenleistung

Bei erhöhtem Bruchrisiko bremsen Bisphosphonate und andere antiresorptive Medikamente den Knochenabbau und senken das Risiko für neue Brüche. Es gibt sie als Tabletten, Spritzen oder Infusionen. Wir besprechen Nutzen, Nebenwirkungen und Dauer.

05

Knochenaufbauende Therapie

Bei sehr hohem Bruchrisiko, etwa nach mehreren Wirbelbrüchen, setzen wir auch Medikamente ein, die den Knochenaufbau anregen. Sie werden zeitlich begrenzt gegeben, anschließend folgt eine erhaltende Behandlung.

06

Behandlung von Wirbelbrüchen

Frische osteoporotische Wirbelbrüche behandeln wir in den meisten Fällen konservativ: mit Schmerztherapie, physikalischer Therapie, früher und angepasster Bewegung und bei Bedarf einer stützenden Orthese.

07

Verlaufskontrollen

Osteoporose ist eine Langzeiterkrankung. In regelmäßigen Abständen prüfen wir Verträglichkeit, Beschwerden und Risikoprofil und entscheiden, ob die Therapie fortgesetzt, angepasst oder pausiert wird.

Hinweis

Operative Verfahren

Bei anhaltend starken Schmerzen oder instabilen Brüchen kann eine Operation, etwa eine Zementstabilisierung des Wirbels, sinnvoll sein. Operationen führen wir nicht selbst durch; wir beraten Sie und vermitteln an erfahrene Partner.

Selbsthilfe

Was Sie selbst für Ihre Knochen tun können.

In Bewegung bleiben

Zügiges Gehen, Wandern, Tanzen oder Treppensteigen: Alles, was die Knochen belastet, hält sie stabil.

Muskeln kräftigen

Regelmäßiges Krafttraining und Gleichgewichtsübungen stärken den Knochen und schützen vor Stürzen.

Knochengesund essen

Milchprodukte, grünes Gemüse, Nüsse und kalziumreiches Mineralwasser. Dazu ausreichend Eiweiß und Tageslicht für Vitamin D.

Risiken verringern

Nicht rauchen, Alkohol nur in Maßen und Stolperfallen wie lose Teppiche oder schlechte Beleuchtung beseitigen.

Stand: September 2026 · Inhaltlich verantwortlich: Dr. med. Andreas Kochs und Dr. med. Henrik Rode. Die Informationen ersetzen keine ärztliche Untersuchung.

FAQ

Häufige Fragen zur Osteoporose.

Woran merke ich, dass ich Osteoporose habe?

Osteoporose verursacht lange Zeit keine Beschwerden. Hinweise können ein Knochenbruch nach einem harmlosen Sturz, plötzliche Rückenschmerzen ohne erkennbaren Anlass, eine Abnahme der Körpergröße um mehrere Zentimeter oder ein zunehmender Rundrücken sein. Sicherheit gibt nur eine ärztliche Abklärung.

Wann ist eine Knochendichtemessung sinnvoll?

Sinnvoll ist sie vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren und bei Männern ab etwa 50 Jahren, wenn Risikofaktoren vorliegen – zum Beispiel ein Knochenbruch ohne größeren Unfall, eine längere Kortisonbehandlung oder Hüftbrüche bei den Eltern. Im höheren Lebensalter empfehlen die Leitlinien eine Abklärung auch ohne besondere Risikofaktoren. Ob die Messung bei Ihnen sinnvoll ist, klären wir im Gespräch.

Führen Sie die Knochendichtemessung selbst durch?

Nein. Die Knochendichtemessung (DXA) bieten wir in der Praxis nicht an, wir arbeiten dafür mit Partnern zusammen. Gespräch, körperliche Untersuchung, Blutabnahme und Röntgen finden bei uns statt; das Ergebnis der Messung besprechen wir anschließend mit Ihnen und leiten daraus die Behandlung ab.

Ist Osteoporose heilbar?

Osteoporose ist eine chronische Erkrankung, lässt sich aber gut behandeln. Mit Bewegung, ausreichend Kalzium und Vitamin D, Sturzvorbeugung und – bei erhöhtem Risiko – Medikamenten kann der Knochen stabilisiert und das Risiko für Knochenbrüche deutlich gesenkt werden.

Wie lange muss ich Osteoporose-Medikamente nehmen?

Die Behandlung dauert in der Regel mehrere Jahre. Danach prüfen wir, ob sie fortgesetzt, umgestellt oder pausiert werden kann. Bitte setzen Sie die Medikamente nicht eigenmächtig ab: Bei manchen Präparaten ist eine Anschlussbehandlung nötig, damit der Knochen nicht rasch wieder an Festigkeit verliert.

Darf ich mit Osteoporose Sport treiben?

Ja, Bewegung ist ausdrücklich erwünscht. Krafttraining, Gehen, Wandern und Gleichgewichtsübungen stärken Knochen und Muskulatur und senken das Sturzrisiko. Nach Wirbelbrüchen oder bei stark verminderter Knochendichte sollten Sie ruckartige Bewegungen, starkes Vorbeugen mit Last und Sportarten mit hohem Sturzrisiko meiden. Wir beraten Sie, was zu Ihnen passt.

Bekommen auch Männer Osteoporose?

Ja. Frauen sind nach den Wechseljahren häufiger betroffen, aber auch Männer erkranken – oft unbemerkt und häufiger als Folge anderer Erkrankungen oder Medikamente. Ein Knochenbruch ohne angemessenen Unfall sollte deshalb auch bei Männern abgeklärt werden.

Wer behandelt Osteoporose in Ihrer Praxis?

Beide Ärzte. Dr. med. Andreas Kochs ist Osteologe (DVO), also vom Dachverband Osteologie für Erkrankungen des Knochenstoffwechsels qualifiziert. Dr. med. Henrik Rode behandelt Osteoporose nach den aktuellen Leitlinien und nimmt am Disease-Management-Programm (DMP) Osteoporose der gesetzlichen Krankenkassen teil. Bei Bedarf stimmen wir uns mit Ihrer Hausarztpraxis und anderen Fachrichtungen ab.

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